Gesellschaft der StaatstheaterFreunde
in Braunschweig e. V.

 

THEATERKREISE

Regelmäßig einmal im Monat, am 2. Dienstag, treffen sich theaterinteressierte Menschen in Theaterkreisen. Bei diesem zwanglosen Zusammensein in der Hausbar im Großen Haus des Staatstheaters werden Mitglieder des Theaters und der Ensembles ‚zum Anfassen’ vorgestellt. Die Veranstaltungen sind auch für Nicht-Mitglieder offen und eintrittsfrei.



NÄCHSTER THEATERKREIS

*
Terminvorschau: Theaterkreis im Juni
Dienstag, der 09. Juni 2026 in der Hausbar (Gr. Haus)
Thema: "Der Freischütz"
Gäste: noch offen
Moderation: Tobias Henkel
Beginn: 18:30 Uhr

     
 


*
Ter
minvorschau: Theaterkreise im Juli und August
jeweils am Mittwoch: 15. Juli / 12. August 2026
Klönschnack im Café Strupait

  Beginn: 15:00 Uhr
       Eintritt frei! Nicht-Mitglieder sind willkommen!

*



Rückblicke auf die bisherigen Theaterkreise in der Spielzeit 2025/26

Mai 2026:




Das aus der Feder der schottischen Schauspielerin und Autorin Isobel McArthur stammende Bühnenstück Stolz und Vorurteil*(*oder so) feierte vor drei Jahren, nämlich am 06.05.2023, seine Premiere im Kleinen Haus des Staatstheaters und vergangenen Freitag (08.05.2026) die Wiederaufnahme. In der Spielzeit 2023/2024 wurde dieses Stück zwanzigmal vor stets ausverkauftem Haus aufgeführt und avancierte schnell zum Publikumsrenner. Daher war die Freude groß, als verkündet wurde, dass die für die Bühne modernisierte Fassung des Romans Stolz und Vorurteil (engl. Pride and Prejudice, 1813) von Jane Austen mit insgesamt sechs Vorstellungen auch in dieser Spielzeit wieder zu sehen sein wird.

Für uns stellte das einen willkommenen Anlass dar, diesem außergewöhnlichen Stück und dem unvergleichlichen Ensemble einen Theaterkreis zu widmen. Dieser fand in fröhlicher Atmosphäre in der Hausbar des Großen Hauses statt und war sehr gut besucht. So fanden sich auch eingefleischte Fans an diesem Abend ein, um die wunderbaren Schauspielerinnen Saskia Petzold, Nora Schulte und Saskia Taeger in einer lockeren Gesprächsrunde erleben zu können. Diese spielen in dieser temporeichen und mit Live-Musik gespickten Inszenierung insgesamt 12 Rollen.



Stolz und Vorurteil*(*oder so)-Talkrunde
 (©Antje Spilner, v.l.n.r.: Silke Herrmann, Saskia Petzold, Saskia Taeger, Nora Schulte, Dr. Inger Lison)


Dr. Inger Lison und Silke Herrmann führten durch diesen abwechslungsreichen Abend, in dem nach einer kurzen Einführung in die Thematik die drei Schauspielerinnen Fragen rund um das Stück mit sichtlich viel Spaß beantworteten. So erfuhr das Publikum beispielsweise, ob sie sich einem Leistungs- oder Erwartungsdruck ausgesetzt sehen, an die bestehenden Erfolge wieder anknüpfen zu können. Das tun sie nicht, sondern es herrschte vielmehr eine pure Vorfreude auf das Team und das Publikum sowie eine Spielfreude vor. Des Weiteren wurden u.a. Nachfragen zur Rollenbesetzung, zur Lieblingsfigur und -szene, zu der von dem Dramentext abweichenden Song-Playlist sowie zu den Merytoner-Stadtbällen-Mitbringselgepflogenheiten (z.B. Wackelpudding to go) gestellt.


 "Merytoner" Wackelpudding
Abbildung dem Original ähnlich (mit Ostergras) in der praktischen Geschenktüte
(Foto: Herrmann)


Um hier nur ein paar wenige Aspekte zu nennen, die an diesem Abend angesprochen wurden. Des Weiteren wurden von Zuschauerinnen und Zuschauern jedweden Alters O-Töne eingespielt, die zum Ausdruck brachten, warum sie von diesem Stück so begeistert sind. Einige von ihnen haben sich dieses Stück bereits mehrere Male angesehen und haben sich auch schon Karten für weitere Vorstellungen gesichert. Anschließend wurde die Diskussion eröffnet und das interessierte Publikum erhielt die Gelegenheit, Saskia Petzold, Nora Schulte und Saskia Taeger Fragen zu stellen.

Mit der traditionellen Übergabe einer künstlerischen Illustration des Staatstheaters durch den ersten Vorsitzenden Tobias Henkel neigte sich dieser spannende Theaterkreis dem Ende zu.  Doch eine Überraschung hatten die Moderatorinnen noch in petto. Da es bislang keinen Merch zu dieser außergewöhnlichen Produktion gibt, kreierten diese selbst inoffizielle Stolz und Vorurteil*(*oder so)-Fanhoodies, die sie den verdutzten Ensemblemitgliedern als kleines Dankeschön überreichten.


Als Dankeschön wurden Fan-Hoodies überreicht
(©Inger Lison, v.l.n.r.: Silke Herrmann, Nora Schulte, Saskia Petzold, Saskia Taeger, Dr. Inger Lison)


Für den weiteren beruflichen und privaten Weg wünschen wir euch "Gute Laune!" und mögen alle Vorhaben stets gelingen!

Text: Dr. Inger Lison



April 2026: Der Theaterkreis fand bei frühlingshaftem Wetter am 14.04.2026 in der Hausbar des Großen Hauses statt. Dabei stand das im Januar 2026 von den Landesmusikräten gekürte Instrument des Jahres, nämlich das Akkordeon, im Mittelpunkt. Als Gäste waren die Schauspieldirektorin Ursula Thinnes und der Schauspieler Ivan Markovic geladen. Dieser erlernte das Akkordeonspielen im Alter von neun Jahren. Neben seinem überragenden schauspielerischen Talent war die Beherrschung dieses außergewöhnlichen Instruments auch ausschlaggebend für sein Engagement am Staatstheater, wie Ursula Thinnes berichtete.



v.l.: Ursula Thinnes, Silke Herrmann, Ivan Markovic
(Foto: Höppner)


Zunächst führte die Moderatorin Silke Herrmann fundiert in die wichtigsten Eckdaten und Variationen dieses vielseitigen Instruments ein, das im Jahr 1829 von dem Wiener Instrumentenbauer Cyrill Demian entworfen wurde. Dabei handelt es sich bekanntermaßen um ein Tasteninstrument mit Faltenbalg, dessen Vorteile in der Handlichkeit und Mobilität liegen. Aufgrund dieser war es nicht weiter verwunderlich, dass es wenig später auch in anderen Ländern ein gern gespieltes Instrument darstellte und immer noch darstellt. So wurde es beispielsweise in Frankreich zur „Seele der Musette, in Südamerika zum Herzstück des Tangos, in Irland zum festen Bestandteil traditioneller Tänze und in Osteuropa zur treuen Begleiterin von Festen aller Art. Auch in Jazz, Pop und Weltmusik hat das Akkordeon längst seinen festen Platz gefunden“ (1). Und auch in den Inszenierungen des Staatstheaters wird dieses gespielt, beispielsweise in „Warten auf Godot“, „Im Weißen Rößl“ und in dem aktuellen Stück „Turbovolk 3000“, auf das der Schauspieler näher einging. Ivan Markovic lies es sich dann auch nicht nehmen, drei Musikkostproben zum Besten zu geben, die bei den Staatstheaterfreunden sehr gut ankamen.



v.l.: Silke Herrmann, Ursula Thinnes, Ivan Markovic
(Foto: Höppner)

Der aus Serbien stammende Schauspieler verriet, dass er eigentlich in seiner Kindheit viel lieber das Klavierspielen erlernt hätte. Dieses blieb ihm aber vergönnt und auf Anraten seiner Familie begann er mit dem Akkordeonunterricht. Markovic kam während der Pandemie im Jahr 2020 nach Deutschland, erlernte die Sprache beeindruckend schnell und absolvierte sein Studium an der Bayerischen Theaterakademie. Seit der Spielzeit 2023/2024 ist er Braunschweiger Ensemblemitglied und begeistert das Publikum seitdem mit seiner Vielseitigkeit und Leidenschaft auf der Bühne. Abwechselnd berichteten Ursula Thinnes und Ivan Markovic von den vergangenen und aktuellen Produktionen, in denen das Akkordeon eingesetzt wurde bzw. wird. Interessierte Nachfragen aus dem Publikum zu dem Instrument des Jahres rundeten diesen musikalischen Abend ab.

 Text: Dr. Inger Lison
(1) https://www.instrument-des-jahres.de/das-akkordeon/das-akkordeon (16.04.2026)



März 2026: Der Theaterkreis im Monat März fand bei frühlingshaftem Wetter am 10.03.2026 in der als Bühne umfunktionierten Hausbar des Großen Hauses statt und stand unter dem Zeichen der Liebe. Denn das von Fayer Koch als Auftragswerk für das JUNGE! Staatstheater geschriebene Stück Im Namen der Liebe − If you’re happy and you know it (niemand klatscht) war Gegenstand des von Axel Goerlt moderierten Theaterkreises. Als Gäste waren die gut gelaunten Dramaturginnen Miriam Beike und Judith Sünderhauf vom Jungen! Staatstheater geladen.



v.l.: Judith Sünderhauf, Miriam Beike, Axel Goerlt (Moderation)
Foto: Höppner


Miriam Beike ist u.a. freischaffende Tanzlehrerin und bestreitet ihre dritte Spielzeit am Staatstheater als Dramaturgin im Bereich tanz Jung! Zudem studiert sie Choreografien mit Jugendlichen ein. Judith Sünderhauf ist seit der Spielzeit 2024/2025 am Staatstheater tätig. Nach ihrem Studium der Anglistik, Germanistik und Kulturwissenschaften in Erfurt arbeitete sie zunächst an einem kleinen Theater in Thüringen und hat dort einen umfassenden Einblick in alle Bereiche des Theaters erhalten. Beide leiten derzeitig zu dem Bühnenstück von Fayer Koch Workshops für Schüler:innen im Alter von 14 Jahren.



Miriam Beike und Judith Sünderhauf performen aus dem Stück: Lesung (auf Papier und digital)...
Foto: Herrmann

Aus diesem Programm stellten sie den Teilnehmenden des Theaterkreises mehrere Textproben sowie Meditationsübungen vor, die in das von der Bundeskulturstiftung im Fond Zero geförderte Stück Im Namen der Liebe einführten. Dieses weist – wie der Titel schon vermuten lässt – zahlreiche popkulturelle Referenzen auf. In diesem agieren vier überwiegend jugendliche Schauspieler:innen und loten unterschiedliche Freundschaftsbeziehungen, Liebessemantiken, Queerness, Non-Binarität und Körperdysphorie in Wort, Gesang und Bewegung auf der Bühne aus. Der Text und die Mikrobewegungen sind festgelegt und einstudiert, dennoch haben die Akteur:innen im Rahmen einer strukturierten Improvisation auch genügend kreativen Spielraum zur Verfügung. Die Songs wurden eigens für das Stück von Eugenio Fabiani komponiert.



...und mit Bewegungen, bei denen die TheaterFreude mitmachten.
Foto: Lison

Das Werkstattgespräch sowie die Teilnehmer:innen aktivierenden Kostproben aus den Workshops rundeten diesen kurzweiligen Theaterkreis ab. Als Dank für diesen interessanten Einblick in die Entwicklung eines Bühnenstückes unter der Regie von Jörg Wesemüller wurden den Dramaturginnen anschließend ein Kunstdruck des Theaters von Axel Goerlt überreicht.

Text: Dr. Inger Lison





Februar 2026: Im Februar fand unsere Jahreshauptversammlung statt, durch die unser 1. Vorsitzender Tobias Henkel auf die gewohnt launig, eloquente Art führte.

Ein Höhepunkt der Jahreshauptversammlung war die Ernennung von unserer ehemaligen 1. Vorsitzenden Beate Kirchner zum Ehrenmitglied.


Der 1. Vorsitzende Tobias Henkel (r.) und der 2. Vorsitzende Dr. Thies Vogel (l.)
überreichen die Urkunde
(Foto: Höppner)

Ehrenmitgliedschaft an Beate Kirchner verliehen
Beate Kirchner übernahm im Jahr 1989 das Amt der 2. Vorsitzenden. Seitdem engagierte sie sich mit unermüdlichem Einsatz für den Verein der StaatstheaterFreunde. Schreibarbeiten unterschiedlicher Art gehörten ebenso zu ihren umfangreichen Tätigkeiten wie auch die Organisation der Standdienste, Moderation von Theaterkreisen, Mithilfe beim Theaterfest, die Unterhaltung der Homepage (zusammen mit dem ebenso Theater begeisterten Ehemann Johannes-H. Kirchner), Ehrung der Förderpreisträger und Förderpreisträgerinnen, Gründungsmitglied von MUTHEA… Von 2017 bis 2022 hatte Beate Kirchner das Amt der 1. Vorsitzenden inne. Besonders hervorzuheben ist in dieser Zeit die Organisation des 50-jährigen Vereinsjubiläums mit der umfangreich ausgearbeiteten Jubiläumsschrift. Beate Kirchner setzt sich seit jeher für einen offenen und vertrauensvollen Austausch mit der Intendanz des Staatstheaters sowie den Künstlerinnen und Künstlern ein. Die Steigerung der Mitgliederzahl der StaatstheaterFreunde, die Modernisierung der Außendarstellung des Vereins waren ihr ein ebensolches Anliegen wie die Begeisterung von Menschen für das Theater an sich und die TheaterFreunde im Besonderen. Diese Eigenschaften bringen ihr bis heute eine große Beliebtheit in der Theaterwelt ein.

Wir freuen uns sehr, Beate Kirchner mit der Ehrenmitgliedschaft auszeichnen zu dürfen.

Der 2. Vorsitzende Dr. Thies Vogel überreichte Beate Kirchner eine gerahmte Urkunde nebst Blumenstrauß und hielt eine kurzweilige Laudatio.

Text:
Silke Herrmann

 
Theaterkreis im Februar (im Anschluss an die Jahreshauptversammlung)
Zu Gast waren die Schauspieldirektorin Ursula Thinnes sowie die Schauspielerin Mariam Avaliani mit der Produktion „Das kunstseidene Mädchen 1931.2026“, die am 24.01. Premiere im Großen Haus feierte. In dieser Fassung wird einerseits Das Kunstseidene Mädchen dargestellt, wie auch die Autorin Irmgard Keune, die beide miteinander agieren. Auszüge aus Braunschweiger Stimm(ung)en runden die Collage ab.



Moderator Tobias Henkel, Ursula Thinnes (Schauspieldirektorin),
Mariam Avaliani (Schauspielerin)
(Foto: Herrmann)


Irmgard Keune war zu ihrer Zeit eine junge, erfolgreiche Autorin. Als wild und unbeschwert wird sie beschrieben. Nach zwei Romanen erzielte sie sehr gute Einnahmen, es ging bergauf.

Doch nach 1931 wurden die politischen Zeiten rau, die Bücher von Irmgard Keune kamen auf die schwarze Liste, wurden verboten, gab es nicht mehr. Es folgte das Exil, später Alkoholsucht und Geldnot.

Das kunstseidene Mädchen Doris, gespielt von Mariam Avaliani, zeigt etliche Facetten ihrer Autorin. Doris möchte „ein Glanz“ werden und muss ebenso mit Rückschlägen zurechtkommen. „Das kunstseidene Mädchen“ ist eine besondere Rolle für Mariam Avaliani, die sie schon einmal vorgesprochen hatte. Umso mehr freute sich Mariam darüber, die Rolle zu spielen. Mariam nimmt die Figuren an, kann nicht nur „abspielen“. In jedem Auftritt legt sie ein Maximum von Emotionalität. Von dieser Spielfreude konnten sich die TheaterFreunde ein eindrucksvolles Bild machen und bekamen einen grandiosen Auszug aus „Das kunstseidene Mädchen 1931.2026“ zu sehen. Ihre Mutter hat Mariam Avaliani immer dazu ermuntert ihren Traum zu leben. Wir wünschen ihr alles Gute für die Verwirklichung.
 
Text:
Silke Herrmann

weitere Bilder hier



Januar 2026: Zum ersten Theaterkreis im neuen Jahr konnten wir die Technische Leiterin des Kleinen Hauses Martina Meyer begrüßen. Seit dem Jahr 2015 hat sich Martina Meyer dem Staatstheater Braunschweig verschrieben. Die anfänglich freiberufliche Tätigkeit mündet schnell in eine Festanstellung.
 
Das Theater begeisterte Frau Meyer seit der Schulzeit. Nach der Verzauberung als Zuschauerin vor der Bühne, kam schnell das Interesse rund um die Frage, welche Technik hinter der Bühne den Zauber hervorruft.

Über die Ausbildung zur technischen Zeichnerin folgte das Studium der Veranstaltungstechnik mit dem Abschluss zur Diplom Ingenieurin. Ebenso studierte Frau Meyer Theatergeschichte. Wie kann Kunst technisch auf die Bühne gebracht und von der Bühne zum Zuschauer gesendet werden? Diese Herausforderung fand und findet sie besonders reizvoll.


v.L. Dr. Thies Vogel (Moderator), Martina Meyer
(Foto: Höppner)

Technische Leiter / Bühnenmeister können sich an einer sehr vielfältigen Tätigkeit erfreuen. Von der Teilnahme an der Konzeption einer Produktion mit allen Beteiligten über die Bauproben, Begleitung der Aufbauten auf der Bühne und später dann mit den Künstlern zusammen. Die Bühnenmeister sind stets ein fester Bestandteil des Teams. Die Technik ist in allen Phasen gefragt.

Ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich ist die Überwachung der Arbeitssicherheit. Der sichere Einsatz rund um die Hebebühnen und ein steter Blick auf mögliche Notfallszenarien, vor allem deren Vermeidung, bilden einen weiteren anspruchsvollen Bereich der Tätigkeit.

Technische Leiter / Bühnenmeister sind rar geworden und für den Theaterbetrieb unverzichtbar. Das Staatstheater Braunschweig bildet in diesem und anderen interessanten Bereichen selbst aus. Martina Meyer hat den Staatstheaterfreunden sehr engagiert und ausführlich ihre Arbeit dargestellt und viele Frage beantwortet. Durch den sehr kurzweiligen und spannenden Theaterkreis moderierte Dr. Thies Vogel.

Text: Silke Herrmann



Dezember 2025: Der im Dezember stattgefundene Theaterkreis stand ganz unter dem Motto „Einstimmen auf Weihnachten“. Mit einem abwechslungsreichen Büffet aus leckeren selbstgebackenen Plätzchen und Keksen wurden die knapp 50 Mitglieder von Moderatorin Theodore Ottinger in der weihnachtlich geschmückten Hausbar herzlich empfangen. Als Gäste waren die Regisseurin Katharina Schmidt, die deutsch-mexikanische Mezzosopranistin Isabell Stüber Malagamba sowie der Dramaturg Björn Seela aus der diesjährigen Operettenproduktion Die Fledermaus geladen. Diese feierte kürzlich mit einem fulminanten Auftakt ihre Premiere.



v.l.: Ante Sladoljev, Björn Seela, Theodore Ottinger (Moderation), Katharina Schmidt und
 Isabel Stüber Malagamba
(Foto: Dr. Höppner)


Theodore Ottinger führte versiert durch diesen festlichen Abend. Die Regisseurin und der Dramaturg beantworten Fragen zu der heutigen Relevanz und Aktualität der Fledermaus, die auch als „Königin der Operetten“ bezeichnet wird. Zudem wurden die Herausforderungen, dieses beliebte Stück mit einem derartig großen Figureninventar auf der Bühne zu inszenieren, anschaulich erläutert.

Anschließend gewährte Isabel Stüber Malagamba, die die Rolle des Prinzen Orlofsky spielt, einen spannenden Einblick in ihren beeindruckenden Werdegang. Dieser ist eng mit Franz Liszt sowie der Figur des Prinzen in der mexikanischen Nationaloper in Mexiko-City verknüpft. Eine Inszenierung, die letztendlich aufgrund eines Erdbebens dann doch nicht aufgeführt werden konnte. Von daher schließt sich für die Sängerin mit dieser Fledermaus-Inszenierung im Staatstheater Braunschweig ein Kreis. Mit einer anschließenden gesanglichen Kostprobe „Ich lade gern mir Gäste ein“ (franz. Chacun à son goût) aus der Fledermaus, zu der die Mezzosopranistin von Ante Sladoljev am Klavier begleitet wurde, begeisterte die Sängerin die Staatstheaterfreunde. Es folgten noch weitere Gesangseinlagen, wie beispielsweise die „Champagner-Arie“ und der Weihnachtsklassiker „Maria durch ein Dornwald ging“, bevor dann alle zusammen „Oh Du Fröhliche“ und „Ihr Kinderlein kommet“ sangen.

Ein vom ersten Vorsitzenden Tobias Henkel veranstaltetes Theaterquiz, bei dem es Bücher zu gewinnen gab, beendete diesen kurzweiligen Theaterkreis. Ein ganz besonderer Dank gilt Vorstandmitglied Andrea Nerlich, die die Hausbar so festlich dekorierte und das Plätzchenbüffet liebevoll organisierte, sowie Herrn Baxmann vom Staatstheater Braunschweig, der tatkräftig bei der Platzierung der Tische und Stühle unterstützte.

Text: Dr. Inger Lison




November 2025: Bedingt durch einen familiären Notfall, musste der angekündigte Vortrag von Dr. Inger Lison zu „Pippi Langstrumpf“ leider entfallen.

Der 1. Vorsitzende Tobias Henkel übernahm die Gestaltung des Theaterkreises auf die charmant eloquente Weise. Aus Leipzig schaltete sich der künftige Generalintendant Tobias Wolff dazu und beantwortete ausführlich die an ihn gerichteten Fragen. Der aktive Austausch mit dem Publikum liegt dem neuen Generalintendanten sehr am Herzen. Die Theaterfreunde werden auch künftig von ihm regelmäßig persönlich „upgedatet“.


Der 1. Vorsitzende Tobias Henkel interviewt den
zugeschalteten künftigen Generalintendanten Tobias Wolff

(Foto: Herrmann)

Ferner plant die neue Intendanz eine Umfrage beim Publikum, um nähere Kenntnisse über die Wünsche und Wunschproduktionen zu erfahren. Wir freuen uns auf einen regen und aktiven Austausch.

Wie aus der Presse zu entnehmen war, ist der Bereich Schauspiel auf der Zielgeraden. Neue Schauspieldirektorin wird Antje Thoms. Das Junge leitet künftig Sonja Elena Schroeder.

Das Musiktheater wird von Tobias Wolff als Operndirektor geleitet. Sein musikalischer Werdegang bietet hierfür die beste Grundlage (s. Theaterkreis 04/25). Braunschweig kann sich auf ein abwechslungsreiches Musiktheater mit spannenden Opern und Musikalischer Komödie / Operette freuen.

Wichtigster Bestandteil für den Start in die nächste Spielzeit ist die Organisation der künftigen Premieren / des Programms. Anschließend werden die Regieteams der Produktionen zusammengestellt. Dieser gesamte Prozess soll im Dezember 2025 abgeschlossen sein.

Die Position des künftigen Generalmusikdirektors wurde ausgeschrieben. Derzeit werden 20 Kandidat:innen von einer Kommission bestehend aus Mitgliedern des Ministeriums, der Stadt und dem Theater gesichtet.


Tobias Henkel (1. Vorsitzender) bei der Moderation.

(Foto: Höppner)

Spannend bleibt die vakante Position des/der Verwaltungsdirektor/in. Diese Stelle wird noch vom Land Niedersachsen ausgeschrieben werden.

Ein besonderer Hinweis für alle (die den technischen Fortschritt auch noch nicht so richtig wahrgenommen haben): In der Hausbar konnten die Getränke mit EC-Karte bezahlt werden. Wie auch „schon lange“ im Kleinen und Großen Haus.

Nach dem interessanten Interview folgte noch ein kleiner Hinweis auf das Familienstück zur Weihnachtszeit „Pippi Langstrumpf“. Die Autorin Astrid Lindgren bietet als Person viele interessante Aspekte. Diese können wir im Rahmen „besonderer Theaterkreise“ vielleicht an anderer Stelle ausführlicher beleuchten.
Text: Silke Herrmann




Oktober 2025:
Mit über 60 Theaterfreundinnen und Theaterfreunden war der herbstliche Theaterkreis im Oktober sehr gut nachgefragt. Die Besucher:innen konnten sich über einen kurzweiligen, informativen, musikalischen und dynamischen Theaterkreis freuen, der fröhlich unterhaltsam vom 1. Vorsitzende Tobias Henkel moderiert wurde.

Zu Gast waren neue Mitglieder aus dem Ensemble des Staatstheaters Braunschweig.


v.l. Sangjun Cho, Ante Sladoljev, Eva Bode, Marius Pallersen und Tobias Henkel (Moderation)
(Foto: Höppner)

In der Spielzeit 2025/26 ist Eva Bode als Dramaturgin im Schauspiel tätig. Eva Bode stammt aus Köln und studierte in Gießen sowie Hildesheim „Angewandte Theaterwissenschaft und Kulturvermittlung“, arbeitete in Nürnberg als Dramaturgieassistentin / Referentin des Schauspieldirektors und aktuell am Staatstheater Braunschweig als Dramaturgin. Die Stadt Braunschweig überraschte sie sehr positiv mit der Möglichkeit auf der Oker z.B. Stand-Up-Paddeln zu praktizieren. Am Staatstheater Braunschweig ist Eva Bode als Dramaturgin in der aktuellen Inszenierung „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert tätig. Diese Produktion führt dem Zuschauer das Bewusstsein für traumatische Erlebnisse durch Kriege vor Augen und ist damit unverändert hoch aktuell.

Neues Ensemble-Mitglied im Musiktheater ist der aus Südkorea stammende Bass Sungjun Cho. In Seoul studierte er Gesang mit dem Bachelor-Abschluss. Es folgte der „Master of Music Musiktheater“ an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln, wo er anschließend im Opernstudio und später an der Oper Köln das Publikum beeindruckte. Nach Köln folgte das Engagement am Staatstheater Braunschweig. In Braunschweig begann Sungjun Cho die Spielzeit als Commendatore in „Don Giovanni“ und ist derzeit in der „Wozzeck“-Inszenierung zu erleben. An Braunschweig gefällt ihm sehr die ruhige und lebendige Art der Stadt.

 
Sungjun Cho performt die Arie aus dem Barbiere de Sevilla.
(Foto: Herrmann)

Der Tenor Marius Pallersen verschrieb sich der Musik nach dem Abitur und einer angefangenen Ausbildung zum Bootsbauer. In seiner Jugend bekam er Gesangsunterricht in Ratzeburg, was dem Berufswunsch doch die Richtung vorgab. Als lyrischer Tenor hat er eine besondere Stimmfarbe und würde im Laufe seiner Karriere gern Stücke von Richard Wagner singen. Über Stationen am Theater in Lübeck und sowie dem Mecklemburgischen Theater Schwerin ist Marius Pallersen wieder in einer bzw. der Löwenstadt Braunschweig auf der Bühne zu erleben. Aktuell ist dies in der „Wozzeck“-Inszenierung möglich und im Dezember in der Operette „Die Fledermaus“.

Die Theaterkreisbesucher:innen konnten sich von den beeindruckenden Stimmen erfreuen. Sungjun Cho (Bass) sang die Arien „La Calunnia“ aus dem Barbier von Sevilla (Gioachino Rossini) und „Il Lacerato Spirito“ aus Simon Boccanegra (Guiseppe Verdi).

Marius Pallesen (Tenor) sang die Arien „keinen hat es noch gereut“ aus Brahms‘ 15 Romanzen aus Magelone sowie des Max „Durch die Wälder, durch die Auen“ aus dem Freischütz (Carl Maria von Weber). Der Freischütz wird im August 2026 das nächste Burgplatz-Open-Air.


v.l.: Ante Sladoljev, Marius Pallersen, Eva Bode, Tobias Henkel, Sungjun Cho
(Foto: Höppner)


Am Klavier wurden die Musiker vom Solorepetitor des Staatstheaters Braunschweig Ante Sladoljev begleitet. Seit 2023 erarbeitet Ante Sladoljev mit den Sänger:innen die Partituren. Das Proben von Liedern ist eine sensible, abwechslungsreiche und zugleich dynamische Arbeit mit immer wieder neuen Herausforderungen. Nach dem Studium und Abschluss der Richtungen „Pianist“ und „Dirigent“ in Zagreb kam Ante Sladoljev nach Stationen in Zagreb, der Oper Burg Gars an das Staatstheater Braunschweig. 

Den sehr unterhaltsamen Theaterkreis moderierte eloquent unser 1. Vorsitzender Tobias Henkel. Wir freuen uns darauf, unsere Gäste in dieser Spielzeit auf der bzw. rund um die Bühne des Staatstheaters Braunschweig erleben zu dürfen.
Text: Silke Herrmann




September 2025
:
Der Theaterkreis fand bei sommerlichen Herbstwetter am 09.09.2025 in der Hausbar des Großen Hauses statt. Dabei stand das optimierungsfähige gastronomische Angebot des Staatstheaters im Fokus. Als Gast war der Verwaltungs- und Personalleiter Johannes Schmidt zugegen, der das Studium des Theatermanagements an der Ludwigs-Maximilian-Universität München mit der Arbeit „Theater und Gastronomie. Das Drama mit der Theatergastronomie: Immer noch Hunger, aber keine Lust mehr, was zu essen“ abschloss. Theodore Ottinger führte versiert durch den kulinarischen Abend, an dem knapp 40 Interessierte zugegen waren.
Nach einem kurzen Exkurs über Schmidts beruflichen Werdegang, in dem der ausgebildete Buchhändler und studierte Betriebswirt seinen Weg zum Theater durch ein Praktikum in der Marketingabteilung fand, berichtete er auch von seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Christoph Nix und seinen berufsbedingten Aufenthalten in Venedig und Afrika.

Nach dieser Einführung drehte sich die Diskussion um das zukünftige gastronomische Angebot des Staatstheaters. So regen die Mitglieder u.a. ein erweitertes Speise- und Getränkeangebot (z.B. Ausschank von alkoholfreiem Bier im Louis-Spohr-Saal), reservierbare Tische sowie erweiterte Anstellmöglichkeiten an den Theken an, damit der Service generell schneller erfolgen kann.

Schmidt verwies in diesem Kontext auf die in seiner Anschlussarbeit vorgestellten Praxisbeispiele an dem Theater in Mainz und bei den Kammerfestspielen in München, bei denen eine gelungene Umsetzung eines gastronomischen Konzepts im Sinne eines ,Dritten Raumes‘ (damit sind Treffpunkte gemeint, die das soziale Leben bereichern) festzustellen ist. Auf Nachfrage seitens des Publikums, warum dieses nicht neue Konzept nicht auch am Staatstheater denkbar wäre, wurde auf die einzuhaltenden Brandschutzbestimmungen verwiesen, die sich mitunter als Hürde für bauliche Umstrukturierungen erweisen würden. Wie ein erweitertes gastronomisches Angebot für das Staatstheater nach der Sanierung aussehen könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Ein Austausch der bisherigen Theken würde sich nach dem Verwaltungsleiter als sinnvoll erweisen, da auf diese Weise die Arbeitsschritte für das Thekenpersonal deutlich erleichtert und zeitlich optimiert werden würden. Für die Realisierung dieser Maßnahme sind die Mittel derzeit noch nicht vollständig vorhanden. Wir freuen uns, von Fortschritten zu hören.
Text: Dr. Inger Lison



v.l. Johannes Schmidt, Theodore Ottinger (Moderation)
(Foto Dr. Höppner)



 September 2025: Die Theaterfreunde sind auch beim Theaterfest vertreten:



Der erste Vorsitzende Tobias Henkel beim Verkauf von Kaffee.
(Foto: Silke Herrmann)



Die Vorstände Dr. Jörg Höppner und Andrea Nerlich im diesjährigen Verkaufswagen.
(Foto: Silke Herrmann)



Informationen zu früheren Theaterkreisen (abgeschlossene Spielzeiten) finden Sie im
Archiv – teilweise auch mit weiteren Bildern.