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StaatstheaterFreunde reisen... Des Öfteren kommt die Frage "Was macht
eigentlich..." über den Werdegang eines
ehemaliges Ensemblemitglieds oder die
Entwicklung eines aktuellen Ensemblemitglieds,
insbesondere unserer FörderpreisträgerInnen. Wie
ging der Weg weiter, gibt es neue Projekte oder
ein wie geht es Dir / Ihnen eigentlich? Diesen
Fragen und anderen Besonderheiten wollen wir an
dieser Stelle nachgehen. Im Interviewformat
befragen wir, Dr. Inger Lison und Silke
Herrmann, unsere GesprächspartnerInnen live oder
via Videokonferenz und reisen im übertragenen
Sinne auf diese Weise und nehmen Sie gern mit.
Wir wissen ja, dass Theaterfreunde und
Theaterfreundinnen vielfach gern selbst zur
heimischen und natürlich auch anderen
Spielstätten reisen um Theaterluft zu schnuppern
und neue Impulse zu erleben.
Interview von Dr. Inger Lison mit Nora Schulte im Mai 2026 Ob als Dr. Auer in der Oper Koma oder als Jane Bennet in Stolz und Vorurteil*(*oder so) – die überaus sympathische Schauspielerin Nora Schulte ist dem Braunschweiger Publikum bestens bekannt. Neben der Bühne ist sie zudem als erfolgreiche und gefragte Hörbuchsprecherin für verschiedene Labels tätig. Ihre eingesprochenen Hörbücher sind auf Empfehlungslisten vertreten und mit Preisen ausgezeichnet worden. So wurde beispielsweise Kathleen Glasgows The glass girl im vergangenen Jahr von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zum Hörbuch des Montas gekürt. Für die Wiederaufnahme des Publikumsrenners Stolz und Vorurteil*(*oder so) kehrt Nora Schulte nun ans Staatstheater zurück. Zu diesem Anlass haben wir die Gelegenheit ergriffen, einmal nachzufragen, wie es ihr in den letzten Monaten ergangen ist. ![]() Nora Schulte (Foto: Kerem Bakir) Liebe Nora, nach knapp
eineinhalb Jahren bist Du endlich wieder im
Staatstheater auf der Bühne zu sehen,
nämlich in dem Publikumsrenner Stolz und
Vorurteil*(*oder so) aus der Feder von
Isobel McArthur. In diesem temporeichen
Stück hast Du drei Rollen inne: So mimst Du
die schöne und liebreizende Jane Bennet,
spielst das schlagfertige Dienstmädchen
Clara und überzeugst zudem in der Rolle des
charmanten Offiziers George Wickham. Worauf
freust Du Dich bei deiner Rückkehr am
meisten?
Ich freue mich, und das soll jetzt nicht kitschig klingen, am meisten auf die Menschen. Und zwar auf, hinter und neben der Bühne. Es ist einfach eine absolute Herzproduktion. Schon vor dem Wiederaufnahmeprobenstart, wurden sich quer durch die Departments Nachrichten geschickt, wie sehr man sich auf alles freue. Die Requisite hat beispielsweise schon alles vorbereitet. Und natürlich freue ich mich, das Stück zu spielen, weil es einfach sehr viel Spaß macht. Also ganz schön viel Freude hier ;) Ihr habt das Stück vor stets ausverkauftem Haus gespielt. Ist man da bei der erneuten Wiederaufnahme und der Neubesetzung einer Rolle einem gewissen Erwartungs- bzw. Leistungsdruck ausgesetzt? Natürlich würde ich mir wünschen, dass wieder jede Vorstellung brechend voll und ausverkauft ist und dass das Publikum genauso mitgeht wie bei den letzten Aufführungen. Tatsächlich verspüre ich aber gar keinen Druck, sondern eher (wieder) die Freude darauf, dieses Herzensstück spielen zu dürfen. ![]() 2. v.l. Nora Schulte in "Stolz und Vorurteil* (*oder so)" (Foto: Björn Hickmann) In den vergangenen Monaten hat sich bei Dir vieles getan. So warst Du an den Bühnen Bern in der Operette La vie parisienne zu sehen. Und im Sommer hast Du bei den Bad Hersfelder Festspielen in Schillers Die Räuber mitgewirkt. Darin hast Du die einzige weibliche Rolle, nämlich die Amalia, gespielt. War das nicht ein seltsames Gefühl, sich als einzige Frau neben so vielen Männern behaupten zu müssen? Tatsächlich hatte ich Bedenken, da ich den Regisseur nicht kannte. Ein großer Pluspunkt war aber, dass ein sehr guter Freund den Karl gespielt hat und ich dadurch einen sicheren Ankerpunkt hatte. Und um das ganz klar zu sagen: ich war nur die einzige Frau AUF der Bühne! In allen anderen Abteilungen waren wunderbare Frauen tatkräftig dabei! Ich denke sehr, sehr gern an diese Produktionszeit zurück. Denn meine Bedenken konnte ich nach kürzester Zeit in den Wind schlagen. Alle Kolleg:innen die ich neu kennenlernen durfte, waren absolut feine Menschen. In dieser Inszenierung von Gil Mehmert habt ihr Songs von der Punkrockband Die toten Hosen gesungen. Die Band hat sich das Stück auch angesehen. Habt ihr euch im Anschluss daran austauschen können? Ja, wir haben die Toten Hosen kennenlernen dürfen. Und Sie waren sehr angetan. Sie kamen zur Derniere und eigentlich durfte das auf keinen Fall publik werden. Aber Bad Hersfeld ist klein und es hatte sich innerhalb von gefühlt Sekunden in der Stadt herumgesprochen. Die Fans standen vor dem Bühnenausgang und haben gewartet. Ich sprach mit Campino [Leadsänger] und aus Ermangelung an Schlagfertigkeit, fragte ich etwas unbeholfen, ob es für ihn komisch war, seinen Song von einer so ganz anderen Stimme gesungen zu hören. Aber er sagte „Nein, Du hast doch einen schönen, glockenhellen Sopran.“ Ja, und diese tolle Stimme werden wir auch in Stolz und Vorurteil*(*oder so) zu hören bekommen. Denn ihr performt gleich mehrere Songs aus den 1980er Jahren und der Gegenwart live auf der Bühne. Weitere Engagements führten Dich zur Weihnachtszeit ans Stadttheater Fürth, wo Du im Zauberer von Oz mitgespielt hast. Und demnächst wirst Du bei den Luisenburg-Festspielen in der Rolle der Julia in Shakespeare Romeo und Julia zu sehen ein. Geht für dich mit dieser Rolle ein Traum in Erfüllung? Als Anfängerin habe ich nie damit gerechnet, als Julia besetzt zu werden, weil ich immer dachte, das bin ich nicht. Wenn man an das Stück denkt, dann denkt man nicht unbedingt an mich. Aber das ist ja subjektiv. In meinem Alter (ich werde jetzt 33, und Julia ist dreizehn) habe ich auf gar keinen Fall mehr damit gerechnet, diese Rolle irgendwann doch spielen zu können. Und ich hatte sie ehrlich gesagt textlich auch gar nicht mehr auf dem Schirm. Es gibt Rollen, mit denen rechnet man in seiner Karriere irgendwie nicht. Ich jedenfalls nicht. Also kann ich nicht sagen, dass das für mich ein Full Circle Moment ist, sondern eher eine Überraschung. Eine total tolle Überraschung, weil ich in der Vorbereitung den Text lese und merke, dass ganz viel in dieser Rolle steckt, was ich nicht erwartet habe. Es geht also kein Traum in Erfüllung, sondern es passiert eine große Überraschung und eine Herausforderung, auf die ich mich mega freue. ![]() Nora Schulte: hier im Tonstudio beim Einsprechen eines Hörbuches (Foto: Nora Schulte) Du stammst aus einer
Familie, in der die Schauspielerei seit drei
Generationen eine große Rolle spielt. So
sind Deine Großeltern, Dein Vater [Götz
Schulte] und auch Deine Geschwister in
dieser Branche tätig, um nur einige zu
nennen.
Meine Großeltern,
väterlicherseits, waren Schauspieler und auch
Regisseurin und mein Papa ist in
Theaterkreisen recht bekannt. Mein Großvater
hat in Halle Theater gespielt und mein Vater
schenkte mir zu meinem ersten Engagement dort
den Originalvertrag, den mein Großvater damals
mit den Bühnen Halle unterschrieben hatte.
Papa selbst hat eine ganz wundervolle Karriere
hingelegt. Er hat über 32 Jahre diesen Beruf
ausüben dürfen und konnte gut davon leben! Das
ist etwas, wonach ich auch strebe. Die
Erfolge, die er feiern durfte, die Bühnen, auf
denen er gespielt hat, das sind schon auch so
Stationen, die ich mir für mein Leben wünsche,
ohne diese jedoch explizit nacheifern zu
wollen. Geht ja auch nicht wirklich. Bin ja
ein ganz anderer Mensch. Mein Papa und ich
standen leider nie wirklich zusammen auf der
Bühne. Aber letztes Jahr waren wir beide
zusammen in Bad Hersfeld, jedoch auf
verschiedenen Bühnen zu sehen. Und zum ersten
Mal in unserer Karriere hieß es nicht „Nora,
Du bist die Tochter von…“, sondern „Götz, Du
bist ja der Vater von...“. Für
mich war das ein total schöner Moment, für
meinen Vater − glaub ich
hingegen − leicht
irritierend.
Als Kind war ich wahnsinnig viel mit im Theater und habe mich dort immer sehr wohl gefühlt. Ich stamme aus einer absoluten Patchwork-Familie, meine ältere Schwester ist Schauspielerin und Model und mein großer Bruder wusste schon immer, dass er Schauspieler werden will. Vor dem Studium habe ich eigentlich nie Theater gespielt, außer wenn ich in der Schule einmal musste. Und ich habe auch immer gedacht, mein Platz sei abseits der Bühne. Gar nicht, weil ich mich aktiv abgrenzen wollte, sondern weil ich dachte, dass ich nicht der extrovertierte Typ in der Familie bin. Mehr Typ Bücherwurm. Ich habe wahnsinnig viel gelesen und ich liebe es, zu beobachten. Ich hätte auch Lust gehabt, Dramaturgin zu werden. Also habe ich nach dem Abi etwas Alibi massig Literaturwissenschaft studiert und mich dann doch zu einer Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule angemeldet, damit ich nicht irgendwann hätte bereuen können, es nicht wenigstens versucht zu haben. Und es hat sofort geklappt. Woraufhin etwas in mir gesagte „Nora, dann ist das vielleicht genau Dein Weg.“ Ich bin diesem Bauchgefühl so unglaublich dankbar und habe es tatsächlich nie bereut, diesen Weg eingeschlagen zu haben. Und ich liebe meinen Beruf wirklich heiß und innig. Du stehst nicht nur auf der Bühne, sondern fühlst dich auch vor der Kamera wohl und bist insbesondere im Tonstudio zu Hause. Wie viele Hörbücher sprichst Du pro Jahr ein und gibt es aktuell ein Hörbuch, das für Dich eine Herzensangelegenheit darstellt? Das ist sehr unterschiedlich und es hängt von der Auftragslage ab. Hinzu kommt, dass ich jetzt immer mehr Dokumentationen, beispielsweise für ARTE, einspreche. Im hörbuchreichsten Jahr, das war letztes oder vorletztes Jahr, waren es insgesamt 22 Hörbücher. Dieses Jahr habe ich bislang pro Monat zwei Hörbücher eingelesen. Mein Herzensprojekt 2026 bis jetzt war im Februar das Hörbuch Affenliebe von Lara Rüter. Der Roman ist ein Konglomerat aus Essay, Autofiktionalem, Gedichte, Songtexte und assoziativem Schreiben. Lara Rüter hat eine wahnsinnig tolle Art zu schreiben. Ich lese zur Vorbereitung im Durchschnitt ca. 50 Seiten pro Tag. Bei diesem Hörbuch musste ich den Text nach 25 Seiten weglegen, weil es mich so sehr berührt hat, und ihr Schreibstil so in mir resoniert hat. Ich habe die Autorin auch kennenlernen dürfen und mit ihr zusammen auf der Leipziger Buchmesse Affenliebe und das Hörbuch dazu vorgestellt. Das war für mich eine ganz besondere Arbeit. Vielen herzlichen Dank, liebe Nora, für dieses wunderschöne Interview, in dem Du uns einen Einblick in deinen Werdegang und in deinen spannenden und facettenreichen Beruf gewährt hast. Wir freuen uns schon sehr darauf, Dich in Stolz und Vorurteil*(*oder so) performen zu sehen und wünschen Dir von Herzen viele weitere schöne Erfolgsmomente auf der Bühne, vor der Kamera und im Tonstudio. You’ll make it! Dr. Inger Lison Unsere erste Reise führt uns zur Schauspieleren Nina Wolf ! ![]() Hier bei der Verleihung des Förderpreises 2022 der Staatstheater Freunde Braunschweig (Foto: Andreas Greiner-Napp) Nina Wolf avancierte am Staatstheater Braunschweig (2020-2024) schnell zum Publikumsliebling und hat u.a. in den Theaterstücken Robin Hood, Biedermann und die Brandstifter, Das mangelnde Licht, Mädchenmörder :: Brunke, Schimmelreiter, Elektra, wir müssen reden, Stolz und Vorurteil*(*oder so) mitgewirkt. Seit der Spielzeit 2024/25 ist sie festes Ensemblemitglied am Schauspielhaus in Frankfurt. Nach einem Jahr Staatstheater-Abstinenz haben wir Nina Wolf zu einem Interview eingeladen, um zu erfahren, wie sie zur Schauspielerei kam und wie es ihr in der Zwischenzeit ergangen ist. Frankfurter Schauspielensemble Nach der Station Staatstheater Braunschweig bist Du am Schauspielhaus in Frankfurt engagiert. Im September (2025) beginnt Deine 2. Spielzeit dort. Bist Du im Ensemble und in Frankfurt (wieder) angekommen? Du bist in Frankfurt aufgewachsen, so ganz unbekannt ist die Stadt an sich ja nicht… Ich war 8 Jahre aus Frankfurt weg und wohne jetzt in einem anderen Stadtteil. Mehr in der Innenstadt. Die Stadt hat sich in der Zwischenzeit verändert und ich kann vieles neu kennenlernen. Mit dem Schauspielhaus ist es genauso. Bisher war ich nur Besucherin dort und gehöre jetzt zum Ensemble. Dort bin ich sehr gut angekommen. In der zweiten Spielzeit ist mir der Mikrokosmos gut vertraut. Das Staatstheater Braunschweig ist ein Mehr-Spartenhaus. Am Schauspielhaus in Frankfurt gibt es, wie der Name schon sagt, ausschließlich Schauspiel. Das Frankfurter Ensemble ist größer besetzt. Dafür gibt es in Braunschweig wiederum drei Spielstätten. Spielst Du nun mehr oder gleich viele Produktionen in einer Spielzeit? In Frankfurt spiele ich weniger Produktionen. Dafür sind es mehr Vorstellungen. In Frankfurt habe ich nun etwas mehr Zeit zwischen den Produktionen. Das ist schon entspannender. Mir bleibt mehr Zeit, Inspirationen zu sammeln und für die Beschäftigung mit den neuen Texten. Durch die diversen Sparten am Staatstheater Braunschweig wurde in den letzten Jahren öfter sparten-übergreifend gearbeitet. Fehlt Dir diese Kombination? Wobei man ja anmerken kann, dass Du in Frankfurt sogar etwas Tanz im großen Gatsby in der Rolle zu spielen hattest. Auch in Frankfurt habe ich schon „Spartenübergreifend“ gearbeitet, in zwei Produktionen habe ich getanzt und in einer anderen Produktion gesungen. Gesang und Schauspiel ergänzen sich teilweise ja ziemlich gut…wie bei Stolz und Vorurteil…ihr seid oft „Multitasking“ aktiv. In der aktuellen Produktion „So langsam so leise“ tanze ich eigentlich durchgängig, dafür habe ich eine japanische Tanzform namens Butoh gelernt! Welche Produktion darf man in Frankfurt auf keinen Fall verpassen in dieser Spielzeit? Und in welcher Produktion bist Du zu sehen (die man auf keinen Fall verpassen darf)? So langsam so leise ist eine Uraufführung und ich bin begeistert vom Text. Die erzählte Geschichte und die Umsetzung sind intensiv und wunderschön. ![]() Nina Wolf in So langsam so leise (UA) am Schauspielhaus Frankfurt (Foto: Jessica Schäfer) In Frankfurt gibt es so viel zu sehen. Die ganzen Museen. Und die Kleinmarkthalle. Texte lerne ich gern im Bethmannpark, ein kleiner, sehr schön angelegter Park, mitten in der Stadt. Kindheit und Werdegang Du stammst aus einer Schauspielerfamilie. Kannst Du Dich noch daran erinnern, wann in Dir der Wunsch herangereift ist, ebenfalls diese Profession ausüben zu wollen? Gab es einen Schlüsselmoment? Im Nachhinein frage ich mich oftmals, was dieser Schlüsselmoment wohl war. Dass dieser Wunsch herangereift ist, lag mehr im Machen als im Schauen. Ich war immer bei meinen Eltern mit dabei und habe schon als Kind mit meinen fünf Freundinnen im Garten Theater gespielt. In diesem Erlebnis, etwas zu schaffen und die Freude daran sowie die absolute Konzentration darauf, gepaart mit den Erfahrungen der Eltern und der Option, dass es sich dabei um einen echten Beruf handelt, daraus hat sich langsam der Wunsch, Schauspielerin zu werden, herauskristallisiert. In der Schule war ich in einer tollen Theater-AG und wir mussten ein Abschlussstück selbst konzipieren. Und dieser Prozess des Entwerfens, des Schreibens und des Umsetzens hat mich sehr euphorisch gemacht. Als ich mit der Schule fertig war, wollte ich dem ganzen eine Chance geben. Ich musste es einfach probieren. Du bist des Öfteren im Fernsehen zu sehen (z.B. Rentnercops (2023), Wo ist meine Schwester (2021-2022), Soko Leipzig (2020) und haben bereits u.a. an der Seite von Martina Gedeck, Kristin Suckow, Marlen Ulonska, Heino Ferch, Denis Petkovic und Jürgen Mai gespielt. Bereitet man sich auf Fernsehrollen anders vor, als wenn man eine Figur auf der Bühne darstellt? Die Vorbereitung unterscheidet sich tatsächlich. Zwar lerne ich als allererstes natürlich den Text und da gibt es keinen Unterschied. Aber im Theater ist der Prozess viel umfangreicher und körperlicher. Es ist ein ganz anderer Ausdruck. Vor der Kamera ist es viel konzentrierter und kleiner. Ganz viel macht die Szenerie und das Drumherum aus, dem ich mich dann entsprechend anpasse. Siehst Du Dich eher auf der Theaterbühne oder im Fernsehen? Was präferierst Du? Zurzeit sehe ich mich eher auf der Theaterbühne, denn die dortigen Projekte haben mich bislang mehr begeistert. Aber ich liebe Filme und mag auch die Arbeit vor der Kamera. Von daher möchte nicht ausschließen, dass ich irgendwann einmal vielleicht den Film präferieren werde, wenn mir ein interessantes Projekt angeboten wird. Gibt es für Dich so etwas wie eine absolute Traumrolle, die Du gerne einmal spielen würdest? In dem von der Autorin Lot Vekemans stammenden Theaterstück Ismene, Schwester von würde ich gerne einmal die Ismene spielen. Diese Rolle liegt mir sehr am Herzen. Und wenn ich diese einmal spielen dürfte, würde sich für mich ein Kreis schließen. Ich habe diese Rolle damals an Theatern vorgesprochen, daher liegt sie mir sehr am Herzen. Es ist die Geschichte einer Frau, die sonst nie so viel zu Wort kommt und keine Chance hat, ihre Perspektive zu schildern. ![]() Nina Wolf beim Videointerview mit uns (Foto: privat) Wir wollen noch einmal gemeinsam in Erinnerungen schwelgen zu Deiner Zeit am Staatstheater Braunschweig In dem Publikumsrenner Stolz und Vorurteil*(*oder so) im Staatstheater Braunschweig hast Du vor stets ausverkauftem Haus das Publikum in der Rolle der rebellischen Elizabeth Bennet begeistert. Gibt es eine Parallele zwischen Dir und der Figur der Elizabeth? Ich konnte mich gut in die Figur der Elizabeth hineinversetzten, da sie mir sehr nah ist. Ich finde es schön, dass sie oftmals so mutig ist und anderen ihre Meinung sagt. Dann denke ich mir, dass man in manchen Lebenssituationen mehr so sein und handeln sollte wie Elizabeth. Wann wird Stolz und Vorurteil*(*oder so) in Frankfurt auf der Bühne zu sehen sein? Das ist hier derzeit nicht geplant. …in Braunschweig können wir uns 2026 wieder darauf freuen… In der Wiederaufnahme bin ich nicht aktiv dabei. Ich freue mich aber schon drauf, das Stück mal aus der Zuschauerperspektive zu sehen. ![]() Nina Wolf (l.) in Stolz und Vorurteil*(*oder *) am Staatstheater Braunschweig hier zusammen mit Saskia Taeger, Saskia Petzold und Nora Schulte (Foto: Björn Hickmann) Du hast hier in Braunschweig auf der Bühne eine große Lücke hinterlassen. Was vermisst Du am Staatstheater Braunschweig am meisten? Ich war erst kürzlich bei der Premiere von Minna von Barnhelm zugegen und habe mich gleich wieder zu Hause gefühlt. Das liegt gar nicht so sehr an der Stadt, sondern an dem Netz aus den Straßen, die ich so gut kenne, den Erfahrungen, die ich hier gemacht habe, und den Leuten, die ich kennenlernen durfte, und natürlich dem Theater. Als ich bei Minna von Barnhelm im Publikum saß, habe ich an die Proben gedacht. Es ist ein Ort, an dem so viel passiert ist, an dem ich so besondere und intensive Erfahrungen machen durfte. Und das ist einfach schön. Vielen herzlichen Dank für dieses wunderbare Interview, liebe Nina! Wir wünschen Dir im Namen der Gesellschaft der Staatstheaterfreunde in Frankfurt alles erdenklich Gute und drücken Dir fest die Daumen, dass Du bald Deine Traumrolle spielen darfst. Das Interview führten: Dr. Inger Lison und Silke Herrmann STAATSTHEATERFREUNDE UNTERWEGS mit ArtMaks Kulturreisen
Zur Erweiterung des
theatralen Horizonts und zur
freundschaftlichen Mitgliederbegegnung
bietet die Gesellschaft Theaterreisen über
unser langjähriges Mitglied und unseren
Förderer Andrei Petrov an.
Unter dem Link – Reisen
aktuell – finden Sie
die jeweils neuesten Reiseangebote.
Informationen finden Sie auch als Anlage in unseren monatlichen Rundschreiben oder direkt bei: ArtMaks
Kulturreisen Andrei Petrov
Lessing Platz 7, 38100 Braunschweig tel.: 0531-601 880-51 mob.: 0178 860 9789 fax: 0531-601 880-52 E-Mail: info@artmaks.de www. artmaks.de |